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Zeitmaschine

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"Und nun kommen wir zu unserem wichtigsten Gerät" erklärte der Führer und wies auf eine große Maschine, die am Ende des Raumes stand.. "Es handelt sich um die Zeitmaschine."

Auf einmal war Markus ganz aufgeregt. Hatte der Führer gerade "Zeitmaschine" gesagt? Aber vielleicht hatte er sich verhört. Also fragte er nach: "Das hier ist tatsächlich eine Zeitmaschine?"

"Nicht eine Zeitmaschine. Die Zeitmaschine." sagte der Führer und lächelte.

"Es ist also tatsächlich möglich, in der Zeit zu reisen?"

Der Führer schaute ihn nachsichtig an: "Aber nein, Sie lesen wohl zu viel Science Fiction. Natürlich kann man nicht in der Zeit reisen. Die Zeitmaschine dient zur Zeitproduktion."

"Sie meinen, sie stellt Zeit her?" fragte Markus ungläubig.

"Genau. Aber jetzt gehen wir erst einmal hin, dann kann ich das genauer erklären."

Der Führer steuerte auf die Maschine zu, und die Gruppe folgte ihnen. Schließlich erreichten sie ein Geländer, etwa zwei Meter von der Maschine entfernt. Dort sammelte sich die Gruppe um den Führer und schaute neugierig auf die Maschine, die etwa drei Meter hoch und genauso tief war und die ganze Seitenfläche des Raumes einnahm, das waren gut und gerne zehn Meter. Es handelte sich offenbar um einen komplizierten Mechanismus, rote, grüne und blaue Rohre liefen quer über die Maschine, kreuzten sich und bildeten ein merkwürdiges Muster, das einerseits zu kompliziert war, um es wirklich zu erfassen, gleichzeitig aber auch einen Eindruck machte, als müsse da ein ganz einfaches Prinzip dahinter stehen. Zwischen den Rohren verliefen bunte Kabel und Schläuche, die an größeren orangefarbenen Quadern oder Kugeln aus silberglänzendem Metall endeten. Außerdem konnte Markus durch eine Lücke zwischen den Rohren Zahnräder erkennen, die ineinandergriffen. "Ein riesiges Uhrwerk." dachte er sich. Das passte doch. Allerdings hörte man das Uhrwerk nicht ticken. Das einzige Geräusch, das die Maschine von sich gab, war ein fast unmerkliches Sirren. Es war auch keine Bewegung zu sehen.

Der Führer begann zu erklären: "So, dies ist also die Zeitmaschine. Hier wird unsere Zeit hergestellt."

Ein älterer Herr aus der Besuchergruppe fragte: "Sie haben hier also Ihre eigene Zeit?"

"Aber nein," antwortete der Führer, "hier wird die Zeit der gesamten Welt hergestellt. Auch Ihre Zeit kommt aus dieser Maschine."

Ein ungläubiges Raunen ging durch die Gruppe.

"Ich weiß, es ist schwer zu glauben, aber es ist tatsächlich so, dass die gesamte Zeit nur aus dieser einen Maschine stammt" erklärte der Führer. "Ursprünglich gab es mal drei Zeitmaschinen, aber die anderen beiden wurden schon vor langer Zeit zerstört. So ist nun diese Maschine die letzte Quelle der Zeit. Es versteht sich von selbst, dass sie regelmäßig aufs Peinlichste gewartet wird. Immerhin, sollte diese Maschine jemals ausfallen, wäre es das Ende der Zeit. Schon jetzt haben wir eigentlich schon viel zu wenig Zeit. Aber leider ist es noch nicht gelungen, eine neue Zeitmaschine zu bauen. Wir wissen nicht, wer die ursprünglichen Zeitmaschinen gebaut hat, und noch weniger wissen wir, wie sie funktionieren. Alles, was wir haben, sind die Wartungshandbücher. Und die befolgen wir peinlich genau."

"Und wenn die Maschine ausfällt, dann bleibt die ganze Welt stehen?" fragte Markus.

"Nein, denn stehenbleiben wäre ja auch ein zeitlicher Vorgang. Nein, wenn die Maschine stehenbleibt, dann wird einfach keine neue Zeit mehr produziert, und sobald die bereits produzierte Zeit aufgebraucht ist, hört die Welt einfach auf, zu sein."

"Und wie lange würde das dauern, bis die Zeit aufgebraucht ist?"

"Nun, das kommt ganz auf den Zeitverbrauch an, aber so ungefähr eine Stunde. Aber an Orten mit hohem Zeitverbrauch kann das durchaus auch etwas früher sein."

"Und was bedeutet das rote Licht da?" fragte ein kleines Mädchen, auf ein kleines rotes Lämpchen deutend, das Markus vorher gar nicht bemerkt hatte. Auch der Führer schien es erst jetzt zu bemerken, denn er wurde schlagartig blass. Dann rannte er zu einer nahegelegenen Säule und drückte einen Knopf, woraufhin eine Alarmklingel durch den Raum gellte.

Plötzlich war im gesamten Raum eifrige Aktivität. Unzählige Arbeiter strömten auf die Maschine zu und nahmen jedes Detail genau in Augenschein. Es wurde an Schläuchen gerüttelt, an allen Ecken und Enden Messgeräte angeschlossen, und ein Arbeiter machte sich daran, mit einer an einem Stab angebrachten Kamera das Uhrwerk zu inspizieren. Markus schaute zur Säule, an der der Führer gerade noch gestanden hatte, aber er konnte ihn nicht sehen. Er war wohl auch mit der Maschine beschäftigt. Die einzigen, die nur tatenlos herumstanden, war die Besuchergruppe. Aber was hätten sie auch machen sollen, sie kannten sich schließlich mit der Zeitmaschine nicht aus.

Markus schaute zurück zum Uhrwerk. Offenbar war die Inspektion desselben bereits abgeschlossen, denn der Arbeiter war nicht mehr dort. Überhaupt hatte Markus den Eindruck, dass jetzt weniger Arbeiter an der Maschine waren als vorher. Was ihn etwas verwunderte, weil doch der Fehler offenbar noch nicht behoben war: Die rote Lampe leuchtete immer noch. Er schaute sich nochmal nach dem Führer um, aber es war nichts von ihm zu sehen. Und dann fiel ihm auf, dass auch die Besuchergruppe nun anscheinend kleiner war. Wo war eigentlich das Mädchen, das das rote Licht bemerkt hatte? Auch die Mutter des Mädchens konnte er nirgendwo erblicken. Sie mussten wohl den Raum verlassen haben, wie der Trubel losgegangen war. Vielleicht war das ja auch in dieser Situation das sinnvollste. Aber wo waren sie nochmal hereingekommen?

Markus fragte den etwa dreißigjährigen Mann, der neben ihm stand. Aber bevor der Mann antworten konnte, hörte Markus ein Klirren aus Richtung der Maschine. Erschrocken drehte er sich um, konnte aber nicht ausmachen, woher das Klirren gekommen war. Als er sich aber wieder zurückdrehte, stand der Mann nicht mehr da. In diesem Moment fiel bei Markus der Groschen: Was hatte der Führer gesagt? Wenn die restliche Zeit aufgebraucht ist, hört die Welt einfach auf zu sein. Und das kann durchaus an manchen Orten früher, an anderen später passieren. Die Arbeiter, der Führer, die fehlenden Besucher … die waren nicht weggegangen. Die hatten ihre verbleibende Zeit verbraucht!

Entsetzt rief Markus "weg hier!" und begann loszurennen, er wusste nicht genau, wohin, einfach nur weg von der Zeitmaschine. Bestimmt war hier, wo so eifrig an der Zeitmaschine gearbeitet wurde, der Zeitverbrauch am höchsten. Aber er stellte schnell fest, dass er in eine Sackgasse gerannt war, und einige der anderen Besucher ihm hinterher. Also mussten sie zurück und einen anderen Weg nehmen. Zurück, das hieß, wieder in Richtung Zeitmaschine. Dorthin, wo die Gefahr war. Aber es gab keinen anderen Weg.

Als sie die Zeitmaschine wieder erreichten, brannte das rote Licht nicht mehr. Hieß das, dass die Zeitmaschine wieder funktionierte? Oder war sie jetzt so kaputt, dass auch das Warnlicht nicht mehr funktionierte? Vielleicht hatte ja auch die Lampe ihre Zeit aufgebraucht und war verschwunden? Aber da bemerkte Markus das Verhalten der Arbeiter: Sie machten sich jetzt nicht mehr an der Maschine zu schaffen, sondern saßen erschöpft am Boden. Also funktionierte die Zeitmaschine wohl wieder. Einer der Arbeiter bestätigte das auch auf Nachfrage. Zum Glück hätten sie die Maschine wieder zum Laufen gebracht, bevor an der Welt allzu großer Schaden entstanden sei. Nur Atlantis sei leider verschwunden. Außerdem fehlten ihnen jetzt einige Arbeiter. Ob die Besucher nicht Interesse hätten, hier zu arbeiten?

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