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Planet

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Ich blickte aus dem Fenster. Dort vorne, der kleine Lichtpunkt, das war unser Ziel. Wir waren die ersten, die diesen Planeten betreten würden. Er war noch kaum zu sehen, anders als die Sterne ringsum, die hell wie immer leuchteten. Selbst der Stern, um den dieser Planet kreiste, war von hier aus nur ein Lichtpunkt unter vielen. Auch vom Planeten aus würde er nicht viel heller aussehen. Das lag nicht nur daran, dass er extrem schwach war – ein roter Zwerg –, sondern auch daran, dass der Planet ziemlich weit vom Stern entfernt seine Bahn zog. Auf dem Planeten herrschte ewige Nacht, mit einem Sternenhimmel, der niemals im Tageslicht verblasste, und der auch niemals von Wolken verdeckt werden würde, denn der Planet hatte auch keine nennenswerte Atmosphäre. Insofern war es nicht gerade ein Paradies, das wir da besuchen würden, aber dennoch: Es war der erste Planet, den ich je betreten würde.

Der Lichtpunkt wurde quälend langsam heller. Raumflüge dauerten eben selbst mit modernster Technik immer noch extrem lange. Seit fünfhundert Tagen waren wir jetzt schon unterwegs. Fünfhundert Tage, seit wir das Mutterschiff verlassen hatten. Fünfhundert Tage, in denen wir uns zu dritt auf der Pelle saßen. Fünfhundert Tage, die vor allem mit Langeweile gefüllt waren. Und es sollte noch weitere fünfzig Tage dauern, bis wir den Planeten erreichten, falls alles nach Plan lief.

Fünfzig weitere Tage. Fünfzig weitere Tage Routine. Aufstehen, waschen, anziehen. Den vorgeschriebenen Frühsport in der Zentrifuge. Jeden Tag wurde die Zentrifuge etwas höher gestellt, bis die Zentrifugalkraft der Gravitation auf der Oberfläche des Planeten entspräche. Noch zehn Tage, dann sollte dieser Wert erreicht sein. Anfangs hatte sich das noch etwas merkwürdig angefühlt, dieses merkwürdige Ziehen an allen Teilen des Körpers in der Zentrifuge, aber mittlerweile hatte ich mich daran gewöhnt. Ob sich echte Gravitation wirklich genauso anfühlte? Nun, in fünfzig Tagen würde ich es wissen.

Nach dem Zentrifugentraining war Zeit für die erste Mahlzeit des Tages. Jedenfalls für mich, für Frasef war es schon die dritte. Unser Tagesablauf war jeweils um acht Stunden versetzt, so dass zu jeder Zeit zwei Leute einsatzbereit waren. außerdem konnten so die Einrichtungen des Raumschiffs bestmöglich ausgenutzt werden. Beispielsweise brauchten wir nur eine Schlafkoje, da ja immer nur einer von uns schlief. Nach mir war Korna an der Reihe, und dann Frasef, und dann wieder ich.

Nach dem Frühstück, das wir auch zum Austausch von Neuigkeiten – beziehungsweise normalerweise zum Austausch der Tatsache, dass es nichts Neues zu berichten gab – nutzten, übernahm ich die Kontrolle im Steuerraum. Die Aufgabe dort bestand im Wesentlichen darin, zu überwachen, dass der Computer den richtigen Kurs hielt – was er ohnehin immer tat – und dass alle Systeme ordentlich arbeiteten – auch hier hatte es noch nie ein Problem gegeben. Diese Zeit war stets die langweiligste des Tages. Aber immerhin hatte man durch das Fenster des Steuerraums einen guten Blick nach draußen. Der aber auch mit der Zeit langweilig wurde, wenn man jeden Tag praktisch dieselbe Sicht hatte. Aber zumindest das sollte sich bald ändern: Nicht lange, und der Planet sollte nahe genug sein, um nicht mehr nur als ein Punkt zu erscheinen. Dann würde er sich dem Auge zunächst als kleine Scheibe präsentieren, die langsam größer würde, um nach und nach immer mehr Details zu zeigen. Schließlich würde man in der Lage sein, ihn als Kugel wahrzunehmen.

Ich konnte diesen Moment kaum erwarten. Ich würde einer der wenigen Menschen sein, die je einen Planeten mit eigenen Augen gesehen hatten, ja, sogar auf einem herumgelaufen sind! Noch fünfzig Tage …

Nach dem Dienst im Steuerraum folgte die zweite Mahlzeit mit Frasef. Während ich mich im Steuerraum gelangweilt hatte, hatte er seinen Nachmittagssport erledigt und die Lektionen zur Landung auf dem Planeten wiederholt. Das war das Programm an jedem Nachmittag. Jeden Tag war eine andere Lektion dran; ich würde heute das Auffinden von Uranreserven wiederholen. Denn das war der eigentliche Grund für den Besuch des Planeten: Neues Uran für die Schiffsreaktoren zu besorgen.

Nach dem Essen hatten wir ein wenig freie Zeit, die wir uns mit Spielen vertrieben, bis es für Frasef an der Zeit war, schlafen zu gehen. Meine Aufgabe war es nun, die Logbucheinträge für die letzten acht Stunden vorzunehmen und noch ein paar andere Routinearbeiten zu erledigen, bis es Zeit wurde für die dritte Mahlzeit des Tages, diesmal mit Korna, die gerade von ihrem Frühsport kam.

Noch fünfzig Tage würde diese Routine weitergehen. Fünfzig lange Tage, bis wir endlich den Planeten erreicht haben würden. Aber dennoch, es lohnte sich. Würde ich doch einen echten Planeten zu sehen bekommen.

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