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Mondlicht

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Heute war Vollmond. Bald schon würde die Sonne untergehen, und die Landschaft wäre in Mondlicht getaucht. Sobald der letzte Schein der Sonne vom Himmel verschwunden wäre, würde er anfangen. Natürlich wusste er, dass das Mondlicht auch nichts anderes war als vom Mond reflektiertes Sonnenlicht. Aber genau diese Reflexion am Mond war es, die das Mondlicht magisch auflud. Ja sicher, der Mond war nur ein riesiger Steinball, der die Erde umkreiste. Aber hatten Steine nicht immer magische Kräfte? Zwar bestand der Mond nicht aus Edelsteinen, aber Mondsteine waren doch etwas anderes als Steine von der Erde. Weshalb sonst wäre die NASA extra hinaufgeflogen, um sich welche zu holen? Natürlich würden die Astronauten das niemals zugeben, denn heutzutage galt man schnell als verrückt, wenn man an Magie glaubte. Aber er war völlig überzeugt, dass das der wahre Grund für die Mondflüge war. Oder warum hatten beide Supermächte versucht, auf dem Mond zu landen? Und was war der wahre Grund, dass die Russen sofort ihre Ambitionen eingestellt hatten, sobald die Amerikaner gelandet waren, und den Amerikanern den Mond alleine überlassen haben, anstatt selber zu landen und somit zumindest zu demonstrieren, dass sie es auch konnten? Und warum hatte es außer denen von den USA keine weiteren Mondmissionen gegeben, ganz egal, von welchem Land? Hatte Europa nicht auch ein Raumfahrtprogramm? Warum waren nie Europäer auf dem Mond? Für ihn war die Sache klar: Die Amerikaner waren auf dem Mond, hatten sogar Mondsteine mit auf die Erde gebracht. Damit verfügten sie über mehr von der Macht des Mondes als jeder andere. War es da wirklich verwunderlich, dass die USA den kalten Krieg gewonnen hatten? Von wegen überlegenes System. Nein, es war einzig die Mondlandung und die von dort zurückgebrachten Mondsteine, die die USA dank der Mondmagie zur letzten verbleibenden Supermacht gemacht hatten, da war er sich ganz sicher.

Er hingegen besaß keine Mondsteine und würde sicher niemals auf dem Mond landen können. Also musste er sich mit dem bisschen Magie begnügen, die das vom Mond reflektierte Licht mit sich trug. So wie die Menschen das schon seit Jahrtausenden taten. Sobald nur noch der Mond die Landschaft beleuchtete, würde er anfangen, vom Mondlicht beschienene Pflanzen zu sammeln. Bis Mitternacht würde er genug Pflanzen gesammelt haben, um seinen Zauber zu starten. Und der Zauber musste genau um Mitternacht starten. Nicht etwa dann, wenn seine Uhr Mitternacht zeigte, denn selbst wenn man davon absah, dass die Uhr aufgrund der Sommerzeit ohnehin eine Stunde falsch ging, und deshalb die Mitternacht erst um ein Uhr einträte, sondern zudem, weil selbst ohne Sommerzeit die Uhr nur auf dem 15. östlichen Längengrad die korrekte Mitternacht anzeigen würde. Und er befand sich nun mal nicht auf dem 15. Längengrad. Er befand sich, laut seinem GPS-Empfänger, auf 11 Grad, 20 Minuten östlicher Länge, das hieß, Mitternacht war – unter Berücksichtigung der Sommerzeit – erst um 1 Uhr 11. Er würde also genug Zeit zum Pflanzensammeln haben.

Während er den Sonnenuntergang beobachtete, dachte er über die Mondsteine nach. Manche wurden ja im Museum ausgestellt. Aber ob es sich bei diesen Ausstellungsstücken wirklich um echte Mondsteine handelte? Wahrscheinlich wohl eher nicht. Die USA würden doch niemals einem Museum erlauben, die Kraft der Mondsteine zu nutzen. Auch wenn wahrscheinlich keines der Museen überhaupt glaubte, dass diese Steine irgendeine besondere Kraft hatten. Schließlich wurde Mondgestein ja nicht in esoterischen Museen ausgestellt. Und die Mondsteine waren ja immer hinter Glas, so dass man nicht direkt mit ihnen in Kontakt kommen konnte, und unter künstlicher Beleuchtung, die vermutlich nicht die Fähigkeit hatte, Magie zu transportieren. Insofern war es auch nicht ganz ausgeschlossen, dass da tatsächlich echte Mondsteine ausgestellt wurden. Aber unwahrscheinlich war es doch. Außerdem, vielleicht verloren ja die Steine mit der Zeit ihre magische Wirkung, wenn sie zu lange vom Mond getrennt waren. Hatten nicht einige Nationen inzwischen angekündigt, dass sie eigene Mondlandungen durchführen wollten? Die Chinesen zum Beispiel. War das vielleicht schon ein deutliches Zeichen dafür, dass die Magie der mitgebrachten Mondsteine aufgebraucht war? Und außerdem, wie hätte der Anschlag vom elften November passieren können, wenn sich die USA noch mit Mondmagie hätten schützen können? Vermutlich hatten die Amerikaner nicht gemerkt, dass die magische Energie der Steine verflogen war und hatten sich geschützt geglaubt, und hatten deshalb nicht genug getan, um die Anschläge zu verhindern. Der elfte September hatte ihnen dann vor Augen geführt, dass ihnen die Mondmagie ausgegangen war, sie also nicht mehr adäquat geschützt waren. Und hatten die Amerikaner später nicht eine Rückkehr zum Mond angekündigt? Warum wohl? Es passte einfach alles zusammen!

Mittlerweile waren die letzten Reste der Dämmerung verflogen und die Landschaft lag in weiß schimmerndem Mondlicht. Der Himmel war völlig klar und die Sterne funkelten um die Wette. Jetzt war die Zeit, mit dem Pflanzensammeln anzufangen. Allerdings bemerkte er jetzt einen Fehler in seiner Planung: Er hatte sich eine Liste der Pflanzen mitgenommen, die er brauchte, aber das Mondlicht war nicht hell genug, um sie zu lesen. Eine Taschenlampe hatte er nicht dabei, denn Taschenlampen störten die Magie des Mondlichts. Also blieb ihm nichts übrig, als seinen Zauber auf den nächsten Vollmond zu verschieben. Bis dahin würde er die Liste der benötigten Pflanzen auswendig lernen. Hoffentlich war in vier Wochen das Wetter ebenfalls so gut wie heute. Denn wenn der Himmel bedeckt war, konnte natürlich kein Mondlicht auf die Erde fallen, und daher würde er den Zauber weiter verschieben müssen. Wie viel einfacher wäre es doch, wenn er einen Mondstein hätte …

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