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Die Sonne scheint. Nur stellenweise dringt ihr Licht bis auf den Waldboden durch. Der Wald ist angenehm kühl, trotz der schon seit Wochen anhaltenden trockenen Hitze. Ein Weg führt zwischen den Bäumen entlang. Es herrscht Stille, nur das leichte Rauschen der Bäume im sanften Wind ist zu hören. Wenn denn jemand da wäre, um es zu hören, aber heute ist niemand da.

Am Wegrand liegt eine Glasscherbe. Sie liegt an einem der wenigen Orte, an denen das Sonnenlicht durch die Bäume bricht. Es spiegelt und bricht sich in der Scherbe, als wäre sie ein Diamant. Weil die Scherbe gekrümmt ist, wirkt sie als Sammellinse. Sie projiziert die Sonne auf einen hellen Lichtfleck auf dem Waldboden.

Das Moos an dieser Stelle ist ausgetrocknet. Nach kurzer Zeit beginnt es, sich schwarz zu färben. Ein wenig Rauch steigt auf, kaum zu erkennen. Nicht, dass jemand da gewesen wäre, es zu sehen. Dann beginnt es zu glühen. Die Glut breitet sich auf dem Moos aus, und es entwickeln sich erste, kleine Flämmchen. Diese lecken an herumliegenden, kleinen Zweigen, die ebenso trocken sind, wie das Moos. Bald fangen auch diese Feuer. Ein leises Knistern überlagert das Rauschen des Waldes, kommt aber noch nicht dagegen an.

Jetzt sind die Flammen schon etwas größer, und entsprechend schneller breiten sie sich aus. Weitere kleine Zweige auf dem Boden fangen an zu brennen, und auch ein etwas größeres Stück Holz, das auf dem Boden liegt, fängt an zu glühen. Bald danach schlagen auch aus diesem Holz die Flammen. Das Knistern ist nun lauter, es hört sich an wie ein Lagerfeuer.

Die Flammen haben einen moosbesetzen Baumstamm erreicht. Auch das Moos an diesem Stamm ist ausgetrocknet, und so fressen sich die Flammen am Stamm empor und erreichen die Äste. Die ersten Blätter fangen Feuer, und nun gibt es kein Halten mehr. Kurze Zeit später steht der ganze Baum in Flammen, und einige angrenzende Bäume fangen auch schon an zu brennen. Die aufsteigende Hitze zieht weitere Luft aus der Umgebung an. Das Knistern geht über in ein lautes Knacken.

Jetzt haben die Flammen schon mehrere Bäume erfasst. Aus dem Knacken ist ein Tosen geworden. Rauch steigt in den Himmel, und jetzt ist auch schon von weitem zu sehen, dass es brennt.

Das Feuer breitet sich aus und hinterlässt abgebrannte, verkohlte, rauchende Baumreste. Zum Tosen des Feuers gesellt sich nun Motorenlärm und das Zischen, das entsteht, wenn Wasser auf Feuer trifft: Die Feuerwehr hat Löschflugzeuge geschickt, um den Waldbrand zu bekämpfen.

Das Feuer ist gelöscht. In der Ferne hört man noch das Verklingen des Motorenlärms der Löschflugzeuge. Dann ist wieder alles still. Anders als vorher hört man nun nicht einmal mehr ein Rauschen. Denn hier stehen keine Bäume mehr, die rauschen könnten.