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Bundesfinanzminister

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Vielleicht hätte er den Posten doch ablehnen sollen. Aber er wurde von allen Seiten gedrängt, und Sachkenntnis erwartete von einem Minister ohnehin schon längst niemand mehr. So hatte er sich eben breitschlagen lassen.

Das war eindeutig ein Fehler gewesen. Jetzt wurde er ständig mit Zahlen bombardiert, seine Mitarbeiter nervten ihn mit Steuerformeln und Statistiken, und die Opposition versuchte ihm immerzu vorzurechnen, was er angeblich falsch gemacht habe. Und er hatte noch nicht einmal die leiseste Ahnung, ob an den Rechnungen irgendwas dran war. Mit der Mathematik war er schon immer auf dem Kriegsfuß gestanden. Was interessierte ihn, ob eine Milliarde nun vier, sieben oder dreißig Nullen hatte. Oder wie man eine Zahl mit zwölf Nullen nannte.

Erst gestern hatte ihn mal wieder ein Journalist über die Steuerprogression gefragt. Er hatte sich zwar ein paar Phrasen auswendig gelernt, die er in solchen Fällen herunterspulte, aber er wusste nicht einmal, ob die überhaupt zur Frage passten. Er hatte natürlich auch schon mal ins Gesetz geschaut. Mit der Sprache in den Gesetzen kam er mittlerweise ganz gut zurecht, aber das half ihm beim Steuergesetz nur bedingt. Da war von Prozenten die Rede, und von linearem Anstieg, lauter mathematische Begriffe, die sich ihm nicht erschließen wollten.

Warum hatte man ihm nicht das Innenministerium gegeben? Unter Sicherheit und Polizei konnte er sich wenigstens etwas vorstellen. Aber als Finanzminister war er eindeutig fehl am Platz. Und das hatte vermutlich die halbe Republik schon mitbekommen. Gerne wäre er ja einfach zurückgetreten, aber das konnte er sich nicht leisten, denn das würde ja die Regierung schwächen, und das wollte er ja auch nicht. Er könnte höchstens aus Gesundheitsgründen zurücktreten, aber leider versicherte ihm sein Hausarzt, dass er kerngesund war. So blieb ihm also nicht anderes übrig, als weiterhin Kompetenz vorzutäuschen, so gut es eben ging. Nun ja, in zwei Jahren waren ja wieder Wahlen, vielleicht konnte er dann ja endlich das Amt loswerden.

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