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Brot

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Er schüttete die Backmischung ins Wasser und begann zu rühren. Die Packung stellte er vor sich, um nachzulesen, wie lange er jetzt rühren sollte. Die Vorderseite, die ein Bild von einem äu8erst appetitlich aussehenden Brot zeigte, lehnte jetzt in Richtung Wand, aber er hatte das Bild lange genug angesehen, um es auch jetzt noch vor Augen zu haben. Vor Vorfreude floss ihm schon jetzt das Wasser im Mund zusammen.

Laut Anleitung sollte der Brotteig gleichmäßig teigig sein. Aber irgendwie wollte der Teig diese Konsistenz nicht annehmen. Stattdessen hatte er lauter Klumpen, zwischen denen sich eine eher dünnflüssige Masse befand. Irgendetwas musste er wohl falsch gemacht haben. Oder hatte er vielleicht nicht genügend gerührt? Dabei hatte er bereits doppelt so lange gerührt, wie auf der Packung angegeben.

Er versuchte, die Klumpen zu zerdrücken, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Also rührte er einfach weiter. Vielleicht hätte er am Anfang schneller rühren sollen? Über die Details des Rührens schwieg sich die Packung aus. Vielleicht hätte er sich vorher noch im Internet über das korrekte Rühren informieren sollen. Aber auf der Packung stand ja, es ginge kinderleicht. Er war aber kein Kind, vielleicht war das das Problem?

Inzwischen war es Abend geworden, und der Teig hatte sich kaum verändert. Vielleicht war es jetzt Zeit, aufzugeben, und den Teig einfach so zu verwenden. wie er war. Aber wie sollte er aus dieser dünnflüssigen Masse ein Brot formen? Da kam ihm eine Idee: Er nahm ein Küchentuch und schüttete über dem Waschbecken den Teig in dieses hinein. Danit konnte das überschüssige Wasser durch das Handtuch abfließen, ohe dass der Teig mitfloss; das, so hoffte er, würde den Teig auch etwas verdicken. In der Tat schien das Konzept aufzugehen, bis ihm das Handtuch entglitt und der Teig sich über das Waschbecken verbreitete. So gut er es schaffte, klaubte er den Teig im Becken wieder zusammen. Ein Teil war in den Abfluss gelaufen, aber den größten Teil konnte er retten. Jedenfalls war der dünnflüssige Teil jetzt weg.

Er verzichtete auf weitere Versuche, den Teig zu verbessern, und versuchte, auf dem Backblech einen Brotlaib zu formen. Dies gelang ihm nicht wirklich, was vermutlich an der falschen Konsistenz des Teigs lag. Immer wieder versuchte er, das Gebilde in Form zu bringen, aber das Ergebnis sah eher nach einem modernen Kunstwerk aus als nach einem Brotlaib. Nun gut, dann würde das Brot eben unförmig sein, wesentlich war ja schließlich der Geschmack. Also heizte er den Backofen auf die angegebene Temperatur vor und schob dann das Brot, oder das, was ein Brot hatte werden sollen, hinein.

Während das Brot im Backofen buk, beschloss er, das Waschbecken zu putzen, in dem sich immer noch Reste des Teiges befanden. Als er aber abschließend das Becken mit Wasser nachspülen wollte, stellte er fest, dass der Teig den Abfluss verstopft hatte. Auch das noch. Ein Versuch, den Abfluss mechanisch freizubekommen, scheiterte, auch eine Portion Abflussfrei verfehlte ihre Wirkung. Aber zum Glück kannte er sich mit Rohren aus. Also holte er seinen Werkzeugkasten und begann den Abfluss zu reparieren.

Als er schließlich den Siphon wieder festgeschraubt hatte und das Wasser laufen ließ, stellte er befriedigt fest, dass das Wasser wieder problemlos ablief. Allerdings hielt die Freude nicht lange an, weil ihm nun ein verbrannter Geruch in die Nase stieg. Er hatte ganz vergessen, die Uhr einzustellen! Ein Blick in den Ofen bestätigte, was seine Nase ihm mitgeteilt hatte: Das Brot war auf der gesamten Oberseite ziemlich verkohlt. Schnell machte er den Ofen aus, öffnete die Tür der Backröhre, und auch gleich noch das Küchenfenster, um den nun intensiv aus dem Backofen strömenden angebrannten Geruch herauszulassen.

Als das Brot einigermaßen abgekühlt war, beschloss er, eine Scheibe zu probieren. Die verbrannte Schicht konnte man ja abschneiden, dachte er. Jedoch als er versuchte, das Brot zu zerschneiden, musste er feststellen, dass es steinhart war. Es ließ sich weder schneiden, noch brechen, noch sonstwie teilen. Der Fall war hoffnungslos, und so rang er sich schließlich doch dazu durch, die Versuche aufzugeben, und warf das mislungene Brot in den Müll.

An der Wand lehnte noch die Packung. Als er sie nahm, um sie ebenfalls wegzuwerfen, fiel sein Blick wieder auf das Bild auf der Vorderseite. Seufzend blickte er es einige Sekunden lang an, bevor er die Packung in die Tonne beförderte und beschloss, sein Brot in Zukunft doch wieder beim Bäcker zu kaufen.

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